Nach 150 Jahren Sozialdemokratie in Buxtehude: SPD fragt: Was ist zu tun an der Baustelle Zukunft?

 
Foto: Volker Bredenberg

Lars Züllighoven, Alexander Paatsch und Stephan Weil (v. l.)

 

Von Volker Bredenberg

BUXTEHUDE. Waren es vor 150 Jahren, als Buxtehude und Altkloster zusammen 3.500 Einwohner zählten, 30 Arbeiter, die sich spontan in die Liste des Harburger Arbeiterführers Theodor York eintrugen und damit zu den Gründungsmitgliedern der „Buxtehuder Organisationseinheit des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins“ wurden, kamen am vergangenen Freitag rund 200 von 40.000 Buxtehuder Bürgerinnen und Bürger zur Jubiläumsveranstaltung ins historische Rathaus der Hansestadt.

 

Die 150-jährige, wechselvolle Geschichte der Sozialdemokratie in Buxtehude nachzuzeichnen, hätte Stunden benötigt. Und so waren es auch die Festredner, die, angesichts der gegenwärtigen Lage der Partei, es  vorzogen, immer wieder an die großen Vorbilder und die großen Zeiten der SPD in Deutschland zu erinnern.

Eingerahmt von Liedern, vorgetragen von dem Buxtehuder Musiker und Gitarristen Harald Winter, 65, („Die Gedanken sind frei“, „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“, „Völker hört die Signale“) tauchten bei Ministerpräsident Stephan Weil, bei Landrat Michael Roesberg (59), Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (56), der Landtagsabgeordneten Petra Tiemann (58), dem Europaabgeordneten Timo Wölken  (31) immer wieder Namen wie Erich Ollenhauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder... auf.

Dazu hatte der Ortsvorsitzende Alexander Paatsch (48) lokale Köpfe wie Wilhelm Geerken, Karl Nobel, Dr. Diedrich Hinrichs, Hans-Uwe Hansen, Monika Wörmer-Zimmermann, Rudolf Näthhorn, Dr. Harald Stechmann... ins Gedächtnis zu rufen. Eine Rückschau, die manches Mitglied zum Nachdenken und zur Besinnung anregte. Eine Vorausschau aber hatte bereits ein paar Tage zuvor Susanne Muszynski von der Geschäftsstelle Stade geliefert, indem sie zu einer Veranstaltung mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (39) an diesem Freitag (17. März) um 18.30 Uhr im Kulturforum aufrief: „...Ein Populismus in der politischen Diskussion greift um sich, bei dem nicht mehr die Tatsachen, sondern  Ängste und dumpfe Vorurteile das Feld bestimmen.

Um die Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren und erste Lösungsansätze zu besprechen, haben wir eine Veranstaltung organisiert, die sicher auch für viele Genossinnen und Genossen außerhalb Buxtehudes von Interesse ist. Wir stellen die Frage: Was ist zu tun an der Baustelle Zukunft?“

York_Küke_BLICK.jpgFoto: Stadtarchiv Buxtehude / Postkartensammlung Connemann / Volker Bredenberg

Es war Sonntag, der 10. März 1867, als der in Harburg geborene Tischlergeselle Theodor York (1830-1875), damals 37 Jahre jung, seine Freunde in den „Gerlachschen Saal“ im „Bahnhofs-Hotel“ (später „Küke & Hähnsen“ - heute auf dem heutigen „Marktkauf“-Gelände am Bahnhof) in Buxtehude geladen hatte: „Wir wollen die ,Gemeinde Buxtehude des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins‘, des ADAV, gründen.“ Es war die Geburtsstunde des SPD-Ortsvereins Buxtehude.

Festveranstaltung 150 Jahre SPD Buxtehude.jpgFoto: Andreas Schlichtmann

Es war Freitag, der 10. März 2017, als der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, der in Hamburg geborene Stephan Weil, 58 Jahre jung, zum 150-jährigen Geburtstag des Buxtehuder SPD-Ortsvereins ins historische Rathaus der Hansestadt kam um gemeinsam mit Mitgliedern seiner Partei und deren Gästen „aller Couleur“ einer Feierstunde beizuwohnen und in seiner Festrede daran zu erinnern: „Wie damals benötigen auch heute schwache Menschen eine starke Partei.“

Erschienen in DER BLICK am 15.03.2017 Fotos: Stadtarchiv Buxtehude / Postkartensammlung Connemann / Volker Bredenberg, Andreas Schlichtmann

 
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